Content Management Systeme

Was bedeutet Content Management System (CMS)?

Ein CMS System ist eine Software, meist mit Datenbankanbindung, die auf dem Webspace installiert wird und es dem Webmaster ermöglicht, mit einer WYSIWYG Oberfläche, Inhalte einer Website zu erstellen, pflegen, veröffentlichen uvm. Es bedarf, bei Änderungen von Inhalten einer Website, keiner Programmierkenntnisse, da die grafische Benutzeroberfläche meist selbsterklärend ist und durch Rollenverteilung auch Benutzerrechte ermöglicht werden können. Die Erstellung einer neuen Homepage mittels einem CMS System ist in der heutigen Zeit „state of the Art“ und ermöglicht Ihnen als Kunden eine leichte Bedienbarkeit, sofern Sie Inhalte Ihrer Homepage mal selbst pflegen möchten.

Welche CMS Systeme gibt es?

Aktuell gibt es zwischen 250-300 verschiedene CMS Systeme, meist Open Source, also kostenlos. Laut einer Statistik von w3techs ist der Einsatz von CMS Lösungen wie folgt (Stand: Februar 2020). Hier haben wir jedoch die CMS Systeme, die eine reine Shopfunktion besitzen, als auch CMS Systeme mit einem kleineren Marktanteil als 0,1%, entfernt!

CMS

Marktanteil

WordPress 62,60%
Joomla! 4,40%
Drupal 2,90%
Wix 2,30%
Bitrix 1,60%
Blogger 1,60%
TYPO3 0,70%
Weebly 0,60%
Adobe Dreamweaver 0,50%
FrontPage 0,40%
Jimdo 0,10%
Contao 0,10%

Mit einem Marktanteil von 62,60% ist WordPress das mit Abstand am beliebtest eingesetzte CMS System.

Vorteile CMS Systeme

Neben der bereits erwähnten Vorteile der einfachen Pflege Ihrer Website, bietet ein CMS System noch weitere Vorteile:

  • Entwicklergemeinde: Da die Systeme meist OpenSource sind, steht hinter diesen eine große Entwicklergemeinde, die stetig das System verbessert und Lösungen rund um dieses baut. Sogenannte Plugins gibt es für die meisten Anwendungsfälle, teils kostenlos oder kostenpflichtig. Sicherheitsupdates kommen somit aus der Community.
  • Unabhängigkeit: Sie als Kunde sind beim Einsatz einer genannten Content Management Lösung unabhängig. Da die Programmierung des Systems nicht bei Ihrem Webmaster oder der Agentur liegt, sondern innerhalb der Community. Weiterhin können Sie jederzeit mit Ihrer Website von einer Agentur zu einer anderen spezialisierten wechseln und sind so nicht gebunden.
  • Kosten: Die CMS Systeme sind in der Regel kostenlos, bis auf die Einrichtung der Homepage und Anpassung fallen keine Kosten an. Mögliche Kostenpunkte können spezielle Plugins sein.
  • Bedienbarkeit: Das Content Management System ist leicht bedienbar und für Sie von überall erreichbar, da webbasiert.
  • Benutzer: Mehrere Benutzer können gleichzeitig am System arbeiten. Viele CMS Systeme bieten hier auch Rollenverteilungen an, so dass auch Benutzerrechte vergeben werden können.

CMS Systeme in Ihren unterschiedlichen Ausprägungen

Die Auswahl eines CMS System sollte sich nach dem Bereich orientieren, für welches Anwendungsfeld das System in Einsatz kommen soll. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Ausprägungen:

  • Web Content Management: Der Fokus liegt auf die Erstellung von Inhalten für das World Wide Web, mit unterschiedlicher Rollenverteilung (Benutzerverwaltung), Mehrsprachigkeit, Newsverwaltung, und einer Volltextsuche, was zu den Standardanforderungen des Systems gehört.
  • Social Publishing/Community: Das Bereitstellen einer Community Lösung, worin Nutzer aktiv teilhaben können. Der Fokus liegt hier in der Erstellung von Inhalten durch diese Nutzer (user generated Content). Es bedarf auch hier Benutzeroberflächen zur Administration der angemeldeten Nutzer.
  • Blog Publishing/News: Der Fokus ist das Bloggen von Inhalten, Verbreitung von News, leichtes Veröffentlichen von Inhalten und entsprechende Anbindung/Verteilung ggf. über soziale Netzwerke. Leser können über eine Kommentarfunktion interagieren, Beiträge teilen uvm. Eine Zeitgesteuerte Veröffentlichung von Inhalten, taggen der Artikel, Administration der Kategorien sind Möglichkeiten dieser Systeme.

Die beliebtesten CMS Systeme vorgestellt

WordPress CMS

Ursprünglich als reine Bloggingsoftware konzipiert, ist WordPress der Vorreiter unter den CMS Systemen. Nicht nur im privaten Umfeld, auch größere Unternehmen vertrauen auf den Einsatz von WordPress. Die leichte Bedienung, schnelle Installation und große Community sind die wichtigen Eckpfeiler die für WordPress sprechen. Aufgrund des großen Marktanteils ist es jedoch auch beliebtes Angriffsziel von Hackern, die ungepflegte Plugin Lösungen als Ziel haben um Ihren Schadcode zu veröffentlichen.

Fakten:

Vorteile WordPress:

  • Mehr als 50.000 Plugins und kostenlose Designvorlagen
  • leichte Bedienung der Oberfläche
  • Einfache Installation von Plugins
  • Installation des Systems innerhalb weniger Minuten
  • eignet sich gut für die Suchmaschinenoptimierung

Nachteile WordPress:

  • Bei viel Traffic ist die Serverlast sehr hoch
  • Teilweise Sicherheitsrisiken bei Plugins
  • Verwaltungsebene, Backend nur begrenzt einstellbar

Joomla CMS

Seit über 15 Jahren existiert Joomla bereits am Markt und wurde in Deutschland, im Jahre 2017, das vierte Mal in Folge als bestes Open Source CMS System gekrönt. Das System selbst basiert auf PHP und MySQL und ermöglicht es innerhalb weniger Minuten installiert zu werden. Der WYSIWYG Editor ist von der Bedienbarkeit ähnlich dem WordPress, jedoch etwas anspruchsvoller.

Fakten:

  • Erscheinungsjahr: 2005 (vorher Mambo)
  • Kosten: Open Source
  • Website: https://www.joomla.de/
  • Technik: PHP, MySQL Datenbank

Vorteile Joomla:

  • Über 8000 Erweiterungen verfügbar
  • Objektbasierte Verwaltung von Inhalten
  • Große Community
  • Schnelle Installation

Nachteile Joomla:

  • System benötigt viele Erweiterungen, dadurch anfällig für Hacker
  • Die Rechteverteilung ist teilweise lückenhaft
  • Ausgereifte Erweiterungen teilweise kostenpflichtig

Drupal CMS

Ursprünglich als Plattform zum Austausch von Informationen gedacht, ist der Fokus und die Stärke von Drupal der Aufbau von Social Publishing und Community Portalen. Inhalte werde erstellt und die Interaktion mit den Nutzern wird hier ermöglicht. Die schlanke Grundinstallation ist jedoch eher etwas für erfahrene Webentwickler um anspruchsvolle Webprojekte zu ermöglichen.

Fakten:

Vorteile Drupal:

  • Sehr flexibler und modularer Aufbau
  • über 44.000 Erweiterungsmöglichkeiten
  • Über 1300 Distributionen als Komplettlösungen unterschiedlicher Anwendungsfälle
  • Backend individuell konfigurierbar
  • Kompakter Software Kern

Nachteile Drupal:

  • Erfahrung in der Konfiguration notwendig
  • Servereinstellungen und Ladezeiten bedarf es stetig zu überwachen

TYPO3 CMS

TYPO3 gilt als eines der wichtigsten Content Management Systeme in deutschen Unternehmen. Das System ist mittlerweile in 50 Sprachen und mit über 5000 Erweiterungen erhältlich und wird durch die große Community gepflegt. Aufgrund der hohen Komplexität, der umfangreichen Rechteverwaltung erfordert dieses Redaktionssystem eine lange Einarbeitung und hohen Administrationsaufwand.

Fakten:

  • Erscheinungsjahr: 1998
  • Kosten: Open Source
  • Website: https://typo3.org/
  • Technik: PHP, MySQL Datenbank

Vorteile TYPO3:

  • Riesiger Funktionsumfang
  • Umfangreiche Rechteverwaltung
  • Große Community mit zahlreichen Experten die Plugins und Layouts entwickeln
  • Hohe Flexibilität und Erweiterbarkeit

Nachteile TYPO3:

  • Konfiguration und Servereinstellungen sind anspruchsvoll
  • Konfiguration des Backends und Bedienung benötigt eine längere Einarbeitung

Contao CMS

Contao, ehemals TYPOlight, zeichnet sich durch einfache Bedienbarkeit, mehrsprachiges Backend und einer übersichtlich gestalteten Oberfläche aus. Die Kompatibilität zu aktuellen Webstandards gilt als Augenmerkt des Content Management Systems.

Fakten:

  • Erscheinungsjahr: 2006 (als TYPOlight)
  • Kosten: Open Source
  • Website: https://contao.org/de/
  • Technik: PHP, MySQL Datenbank

Vorteile Contao:

  • Oberfläche für Laien auch leicht gestaltet
  • mehr als 1400 Erweiterungen verfügbar
  • Gute Sicherheit des Systems
  • Backend lässt sich auf eigene Bedürfnisse anpassen
  • Schnelles System, auch bei viel Traffic

Nachteile Contao:

  • kleinere Community
  • Implementierung eines Templates benötigt Erfahrung
  • Bei zahlreichen Inhalten teils umständlich

Fazit

Content Management Systeme bieten im laufenden Betrieb wesentliche Vorteile, da es keine Programmierkenntnisse in der Veröffentlichung von Inhalten benötigt. Dennoch kann die Installation, die Wartung und Anpassung auf eigene Bedürfnisse einen vor Herausforderungen stellen. Der Einsatz eines Content Management Systems sollte dennoch in Betracht gezogen werden, zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten, stetige Updates durch die Community, die Unabhängigkeit für Sie als Unternehmer sind nur einige Punkte die für diese Entscheidung sprechen.

Weiterführende Links

Statistik zur CMS Nutzung: https://w3techs.com/technologies/overview/content_management